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Weit mehr als ein Kulturaustausch
Der Weltkonzern Brother ist ein multikulturelles Unternehmen. Es verbindet weltweit Menschen mit Technologie auf höchstem Niveau. Kunden auf der ganzen Welt arbeiten mit Druckern von Brother. Um die besonderen Markt¬bedürfnisse der lokalen Märkte und die verschiedenen Mentalitäten zu verstehen, arbeiten japanische Mitarbeiter auch in Europa. Hisashi Ota arbeitet in Baden bei Brother (Schweiz) AG.
Herr Ota, was ist Ihre Aufgabe in der Schweiz?
Zuhanden des Mutterhauses liefere ich Budget-Forecast Zahlen und Managing Reports. Meine Aufgabe ist es, kurze und prägnante Zusammenfassungen für die Konzernleitung zu erstellen. Wichtig ist auch die Pflege der Beziehungen zwischen dem Mutterhaus in Japan, dem europäischen Hauptsitz in Manchester und Brother (Schweiz) AG. Dabei geht es nicht nur um die nackten Zahlen, sondern auch um das gegenseitige Verständnis.
Was bedeutet dies?
In Japan geht man davon aus, dass Europa als Ganzes funktioniert. Man vergisst dabei, dass die einzelnen Länder von Schweden bis Italien z.B. sehr grosse kulturelle Unterschiede haben. Zudem funktionieren Werbung, PR und Verkaufskanäle anders. Ich bin unter anderem hier, um zu lernen und meine Beobachtungen zugunsten des Unternehmens einfliessen zu lassen.
Sind denn die Japaner und die Schweizer so verschieden?
Nein. Ganz und gar nicht. Die Menschen beider Länder sind gut ausgebildet, pflichtbewusst, bestens organisiert und strukturiert.
Welches sind die Unterschiede?
In der Schweiz wird schneller entschieden. Die gemeinsame Entscheidungsfindung dauert in Japan länger. Der Konsens wird stärker gesucht. Aber wenn die Entscheidung gefällt ist, werden die Massnahmen strikte umgesetzt. Die Japaner sind zudem sehr loyal zu ihrem Arbeitgeber. In der Regel arbeiten sie während ihres gesamten Erwerbslebens für dieselbe Firma. Erst in den letzten Jahren hat sich dies etwas geändert. Im Gegensatz zu den Schweizern sprechen die meisten Japaner nur eine Sprache.
Wie sind die Arbeitszeiten?
Hier in der Schweiz dauert mein Arbeitstag nicht so lange. In Japan sind es häufig zwischen 11 und 12 Stunden, da natürlich auch die Arbeitswege viel länger sind.
Wie erleben Sie den Alltag in der Schweiz?
Ich bin gerne hier. Alles ist sehr sauber. Als Japaner fällt man hier nicht mal so stark auf. Die Schweiz ist ein multikulturelles Land und die Schweizer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
Ich verbringe die Freizeit mit meiner Frau und unserem dreijährigen Sohn. Meine Frau reist sehr gerne. Wir besuchten schon viele schöne Orte wie das Jungfraujoch, den Titlis, die Rigi, Luzern, St. Moritz, das Tessin. Wir fuhren auch schon Ski in der Schweiz. Die Skipisten hier sind grösser und der Schnee ist besser als in Japan.
Mögen Sie das Schweizer Essen?
Grundsätzlich ja. Aber da ich nicht gerne Käse esse, konnte ich mich mit Fondue und Raclette nicht besonders anfreunden. Was mir aufgefallen ist: es gibt zahlreiche gute japanische Restaurants in der Schweiz. Das Essen ist authentisch, aber etwas teuer.
Wie ist das Engagement in Baden entstanden?
Ich arbeite seit ca. 12 Jahren für Brother und habe immer wieder neue Aufgaben wahrgenommen, denn ich bin interessiert an Neuem. Ich habe mich deshalb für den Job in der Schweiz gemeldet. Den Entscheid habe ich nicht bereut, denn es ist sehr spannend. Europäische Erfahrung ist für die berufliche Zukunft ein grosser Vorteil.
Wie lange bleiben Sie noch in der Schweiz?
Im August werde ich mit meiner Familie nach Manchester ziehen. Dort werde ich innerhalb des Brother Konzerns im Bereich Marketing eine neue Stelle annehmen. Ich freue mich auf die neue Aufgabe, werde die Schweiz aber in sehr guter Erinnerung behalten.
Hisashi Ota, 36 Jahre, arbeitet seit zwei Jahren als Manager Corporate Planning für Brother (Schweiz) AG. Er lebt zusammen mit seiner Frau und dem dreijährigen Sohn in Wettingen. Im August wird er innerhalb des Brother Konzerns in Manchester (UK) eine neue Aufgabe übernehmen.
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