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b26-Industrie 4.0

Werden vollautomatisierte Kommissioniersysteme Lagermitarbeitende irgendwann komplett ersetzen?

Das Kommissionierpersonal hat einen der aktivsten Jobs in der Lieferkette und der Logistik. Es ist dafür zuständig, unzählige Pakete zusammenzustellen, zu beschriften und für den Versand bereitzustellen. Welchen Stellenwert haben diese Mitarbeitenden in Zeiten der Automatisierung?

Diese unentbehrlichen Mitarbeitenden stehen an vorderster Front, wenn es um Sicherheits- und Produktivitätsstandards im Unternehmen geht. Kurz gesagt, sie sind entscheidend für den reibungslosen Betrieb im Unternehmen und sorgen dafür, dass der Kunde das richtige Paket zur richtigen Zeit erhält. 

Die Transport- und Logistikbranche entwickelt sich jedoch laufend weiter. Eine höhere Produktivität bedeutet, dass das Kommissionierpersonal nicht ständig Pakete herumtragen muss. Ergonomische Förderbänder, Funktechnik und Augmented Reality haben längst Einzug in die Lagerhallen gehalten.

Die Lagerlogistik befindet sich daher an einem Scheidweg der Automatisierung. Unternehmen, die auf den Aufbau einer smarten Logistik 4.0 setzen, stehen nun vor dem Dilemma, welche verfügbaren Technologien sie wählen sollen. 

Was ist Industrie 4.0? 
Einfach gesagt handelt es sich bei der Industrie 4.0 um die vierte industrielle Revolution. In Verbindung mit den Ideen des IIoT (Industrial Internet of Things oder industrielle Anwendung des Internets der Dinge) oder des Smart Manufacturing (intelligente Fertigung) steht Industrie 4.0 für die nächste Generation in der Branche.  

Industrie 4.0 kombiniert bestehende physische Produktions- und Betriebsprozesse mit smarten, neuen digitalen Technologien wie Big Data und maschinellem Lernen. Dank diesen Elementen können die Fachleute in der Produktion und im Supply Chain Management ein ganzheitlicheres, stärker vernetztes Ökosystem schaffen. Die zuvor erwähnte smarte Logistik 4.0 ist Teil dieses Konzepts.

Die Entwicklung des Kommissionierprozesses
Kommissioniersysteme können technisch auf unterschiedliche Weise realisiert werden. Einen detaillierten Überblick über die verfügbaren Kommissioniersysteme finden Sie in unserem früheren Blog

Traditionell wird ein Mitarbeitender zum Lagerplatz geschickt, um die Ware aus dem Regal zu holen. Darum wird dieses System auch «Person-zur Ware-Kommissionierung» genannt. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Ware statisch bereitgestellt wird. Der Kommissionierer geht also mit einem Behälter zum Regal und entnimmt die Ware.
Der Kommissionierer muss dafür wissen, welche Artikel in welcher Menge aus welcher Verpackungseinheit entnommen und für den Versand vorbereitet werden müssen. Ausserdem muss er die Entnahme bestätigen.

Die meisten Informationen werden elektronisch verarbeitet. Dieser klassische Vorgang wird jetzt durch moderne Technologien unterstützt. Grosse Effizienzsteigerungen in der Lagerhaltung können zum Beispiel mit Kommissionierverfahren wie Pick-by-RFID oder Pick-by-Light erzielt werden. Immer häufiger werden so genannte AR (Augmented Reality)-Datenbrillen eingesetzt, um die Lagerlogistik zu unterstützen. Dieses Verfahren wird «Pick-by-Vision» genannt.

Kurz gesagt sieht also das traditionelle Kommissioniersystem «Person-zur-Ware» vor, dass ein Mitarbeitender die statisch bereitgestellte Ware aus dem Regal holt.

b27-Kommissionierung

Was ist der Unterschied zwischen «Person-zur-Ware»- und «Ware-zur-Person»-Kommissionierung?
Im Vergleich zum «Person-zur-Ware»-Verfahren wird beim moderneren «Ware-zur-Person»-Verfahren die Effizienz deutlich gesteigert. Bei diesem Verfahren befindet sich der Kommissionierer an einem festen Standort. Die Ware wird dynamisch bereitgestellt, d.h. sie wird über eine Förderanlage zum Kommissionierer transportiert. Das Optimierungspotenzial durch die entsprechend kürzeren Laufwege ist offensichtlich. Ausserdem können mit dieser Lösung ergonomische Arbeitsplätze geschaffen und autonome Transportsysteme und mobile Regale eingesetzt werden.

Eine dritte Lösung ist die robotergestützte Kommissionierung. Die Varianten dieser Lösung reichen von halbautomatischen Lösungen mit Kommissionierrobotern, die einzelne Behälter oder Schichten von Behältern bearbeiten, bis hin zu vollautomatischen Systemen. Insbesondere die vollautomatisierten Systeme beeindrucken mit ihrer hohen Leistungsfähigkeit und tiefen Fehlerquote. 

Und die Entwicklung dieser Lösungen geht weiter. So gab das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Deutschland kürzlich die Entwicklung einer vollautomatisierte Roboterzelle bekannt, die Autoteile vorsortieren kann.

Die Frage ist nun, ob diese automatischen Kommissioniersysteme in der Branche das Lagerpersonal ersetzen werden.

Ist die vollautomatische Kommissionierung die Zukunft?
Die Robotik hat sich in den vergangenen Jahren so schnell entwickelt, dass daraus ein eigener Markt entstanden ist.

Die Waren, die Versandhändler und Paketdienstleister bearbeiten, unterscheiden sich jedoch in Form, Grösse und Gewicht voneinander. Und genau diese Vielfalt bringt Roboter an ihre Grenzen.

Während Forschungsfragen wie der automatisierte Transport von Waren oder die Navigation des Roboters durch das Lager als gelöst gelten, sieht es bei den Erkennungs- und Greifaufgaben anders aus.

Bislang können Roboter beim Erkennen und Greifen nicht mit der Flexibilität des Menschen mithalten. Es gibt einfach noch keine Robotersteuerungen, die in diesem Bereich lernen können.

Automatische Kommissioniersysteme wie Schachtkommissionierer setzen beispielsweise voraus, dass die Artikel nach Typ sortiert sind. Ihre Stärken entfalten sie nur bei einheitlichen Waren mit ähnlichem Gewicht. Sie werden daher nur in hochkomplexen Produktionssystemen für eine genau definierte Produktpalette eingesetzt.

Warum setzen nicht alle auf die vollautomatische Kommissionierung?
In der Lagerlogistik und im Vertrieb geht jedoch der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Es gibt immer mehr gemischte Warensendungen in kleinen Verpackungsmengen und stark voneinander abweichende Artikel.

Distributionssysteme für Güter des täglichen Bedarfs, wie sie Versandhändler und Paketdienstleister abwickeln, nutzen daher nur in Einzelfällen eine vollautomatische Kommissionierung, zum Beispiel in Form eines Sortier- und Verteilsystems für den Transport zu einer manuellen Kommissionierstation.

Das modernere «Ware-zur-Person»-Kommissioniersystem steigert die Effizienz deutlich, indem es die Ware dynamisch über eine Förderanlage bereitstellt.

Eine präzise Beschriftung ist zentral
Unabhängig davon, ob manuell oder automatisch kommissioniert wird, ist eine präzise Beschriftung für die Senkung der Kosten für Fehlkommissionierungen in Lagern unerlässlich. Effektive Systeme benötigen für die Erkennung der Produkte, die kommissioniert werden müssen, und für die Ermittlung des Lagerorts gut lesbare Barcode-Etiketten. Wenn die Etiketten leicht beschädigt werden oder von vornherein nicht in hoher Qualität gedruckt werden, kann dies die Kommissioniervorgänge im Lager beeinträchtigen, was dazu führt, dass Produkte verlegt werden und die ohnehin schon knappen Kommissionierzeiten noch weiter verlängert werden.

Möchten Sie mehr über die Vor- und Nachteile der manuellen Kommissionierung erfahren und wissen, was die Zukunft für das Lagerpersonal bereithält? Lesen Sie hier den zweiten Teil der Serie!

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